Erfahrungsbericht: Meine Reha in den MEDICLIN Bosenberg Kliniken

Erfahrungsbericht: Meine Reha in den MEDICLIN Bosenberg Kliniken

Stefan Voltz arbeitet als Projektmanager in der MEDICLIN-Zentrale in Offenburg. Im November 2015 wurde ihm ein Cochlea-Implantat eingesetzt, im Frühjahr 2016 verbrachte er dann seinen Reha-Aufenthalt in den MEDICLIN Bosenberg Kliniken in St. Wendel.

Nach jahrzehntelangem Nicht-Hören eröffnete sich mir auf Knopfdruck eine neue Welt

- Stefan Voltz

Hören – von einer Minute auf die andere

Hören – von einer Minute auf die andere

Ich bin von Geburt an auf dem rechten Ohr beinahe taub, auf dem linken mittelgradig schwerhörig. Das war so weit für mich kaum ein Problem, bis sich im vergangenen Jahr mein Hören so verschlechterte, dass es mir im beruflichen und privaten Bereich Schwierigkeiten bereitete.

Schnell war klar, dass ich ein Kandidat für ein Cochlea-Implantat bin. Die aktive Innenohrprothese wandelt Schall in elektrische Impulse um. Durch diese wird der Hörnerv in der Hörschnecke (lat. Cochlea) stimuliert. So können Sprache und Töne wieder wahrgenommen werden.

Nach anfänglichen Zweifeln entschied ich mich für eine Operation. Danach eröffnete sich mir eine neue Welt. Ich nahm Töne wahr, die ich bisher nicht gekannt hatte.

Trainieren in der Reha

Trainieren in der Reha

Im April 2016 begann ich eine intensive, sechswöchige Reha in den MEDICLIN Bosenberg Kliniken. Ich sollte ein neues Hören lernen – rechts mit dem CI, links mit dem Hörgerät. Basierend auf einer Untersuchung und Tests erhielt ich einen persönlichen Therapieplan.

Dieser umfasste unter anderem:

  • Tägliche Einzel- und Gruppenhörtrainings zum Hören lernen, später auch individuelles Telefontraining oder Richtungshören in Wald und Studio. Das war sehr aufschlussreich für mich, da ich früher nicht erkennen konnte, woher ein Ton kam.
  • Gleichgewichts- und Schwindeltraining, bei dem auch Sportgeräte zum Balancieren zum Einsatz kamen.
  • Musiktherapie, die ich besonders intensiv erlebte. Dort hörte ich das erste Mal klar und deutlich Musik – ein sehr bewegendes Erlebnis für mich.
  • Psychologische Beratung, die nach den aufregenden Hörfortschritten für das mentale Gleichgewicht sorgte.
  • Fachvorträge zu Themen wie Tinnitus, CI oder auch Stress
  • Anpassungen des CI, die immer wieder neue Herausforderungen und Veränderungen mit sich brachten. Das neue Hören war anstrengend und erhöhte meinen Schlafbedarf.

Als Verstehender in die Zukunft

Die Entwicklung ist natürlich noch längst nicht abgeschlossen. Musikhören ist nach wie vor wichtiger Inhalt meines Lernprozesses. Ich gehe weiterhin zur ambulanten CI-Anpassung und trainiere mit einer Logopädin. Vor der Reha habe ich gehört, jetzt verstehe ich auch.