Hirngefäßerkrankungen bedingen einen großen Teil der neurologischen Erkrankungen:
Subarachnoidalblutung (ICD I60)
Hirnblutung und sonstige Blutung im Nervensytem (ICD I61, I62 )
Hirninfarkt, Schlaganfall (ICD I63, I64, I69, G46, G81)
Die meisten unserer Patienten mit diesen Erkrankungen kommen unmittelbar aus den umliegenden Akutkrankenhäusern mit Stroke Units (spezialisierten Schlaganfallbehandlungseinheiten siehe Deutsche Schlaganfallgesellschaft www.dsg-info.de 1. und 2.Ordnung zur Anschlußheilbehandlung oder Frührehabilitation PhaseC. Aber auch in den folgenden Jahren nach einem Schlaganfall kann ein erneuter Anlauf in einer Rehabilitationsbehandlung (Zugang) weiteren Zuwachs an Funktion und Verbesserung der Alltagsbewältigung bringen.
Insbesondere aber möchten wir Betroffenen und Angehörigen helfen, die schlagartig notwendige Änderung in Lebensweise und -vollzug zu bewältigen.
In Anlehnung an die DRV Leitlinie für die Rehabilitation nach Schlaganfall lassen sich sechs Therapiebereiche der Rehabilitation von Patienten mit Schlaganfall unterscheiden:
Motorik
Ausdauer
Alltagsaktivitäten
Kommunikation,
Wahrnehmung und Kognition
Psyche
Die therapeutische Wirksamkeit der Rehabilitation in diesen Bereichen ist wissenschaftlich nachgewiesen. Zusätzlich ergibt sich die Notwendigkeit entsprechender Therapieleistungen aus dem gesetzlichen Auftrag der Rehabilitationsträger. Dieser formuliert für betroffene Menschen das Ziel, Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern (§ 1 SGB IX).
Alle genannten Bereiche der Rehabilitation haben zum Ziel, alltagstaugliche stabile Lebensstiländerungen der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden zu initiieren, die auf deren individuellen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten basieren. Dementsprechend werden diejenigen Therapien berücksichtigt, die sich aus dem biopsychosozialen Modell von Krankheit und Gesundheit ergeben. Das Therapiekonzept der medizinischen Rehabilitation beinhaltet funktionelle, edukative und psychosoziale Aspekte sowie Aspekte der Teilhabe am Leben in Gemeinschaft und Arbeitsleben, die systematisch aufeinander aufbauen.
Die Evidenzbasierten Therapiemodule nach KTL 2007 werden bei uns in folgenden Therapiebereichen umgesetzt:
ETM 1 Ausdauertraining und Sport
ETM 2 Motorische Therapie
ETM 3 Alltagstraining
ETM 4 Krankheitsbewältigung (Coping)
ETM 5 Entspannungstraining
ETM 6 Schulung zu Schlaganfall und Sekundärprävention
ETM 7 Information und Gesundheitsförderung
ETM 8 Ernährungsschulung
ETM 9 Kognitive Therapie
ETM 10 Kommunikationstraining
ETM 11 Schmerzlinderung
ETM 12 Vorbereitung der beruflichen Reintegration
ETM 13 Sozialrechtliche Beratung/Organisation der Nachsorge
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe informiert, klärt auf und berät in allen Belangen rund um den Schlaganfall. www.schlaganfall-hilfe.de/
Unter www.kompetenznetz-schlaganfall.de gibt es wichtige Infos für Fachleute wie für Betroffene und Angehörige